EinführungDie SchöpfungslehreDie Naturwissenschaft





 “Ich glaube nicht, dass der Mensch nur ein vollkommener Affe ist. Das ist die 
  Frage der Evolution... Diese Theorie stimmt nicht nur mit den Ergebnissen der
  heutigen experimentellen Wissenschaft nicht überein, die ständig voran-
  schreitet, sondern steht in Wirklichkeit in Widerspruch zu diesen Funden,
  wie sorgfältig gezeigt wurde.”


  Hl. Maximilian Kolbe, Mugenzai no Seibo no Kishi (Juli 1934, S. 194-197)








Welche wichtige Rolle die Schöpfungslehre für den christlichen Glauben einnimmt, unterstrich der damalige Kardinal Ratzinger in einem Beitrag des Osservatore Romano vom 11. Juli 1989, wo er sagte:

„Der Hauptgrund für die Glaubenskrise ist
das fast vollständige Verschwinden der
Schöpfungslehre aus der Theologie”.


Dass der Mensch nicht von den Tieren abstammt, sondern allein durch übernatürliches Handeln Gottes ohne Evolution erschaffen wurde, ist keine moderne Erfindung sondern 2000-jährige christliche Lehre. Weder Mose, noch den Propheten, noch den Aposteln, Kirchenvätern, Kirchenlehrern und Konzilien wurde geoffenbart, dass es eine Evolution gegeben hätte. Stattdessen gibt es eine Fülle von Aussagen aus Schrift und Tradition, die die direkte Erschaffung bezeugen.
   
So schließen die folgenden Worte des heiligen Kirchenvaters und Kirchenlehrers Basilius des Großen (4. Jhdt.) jegliche Form von Evolution hin zum Menschen aus, da sie bestätigen, dass Adam nicht geboren wurde, auch nicht von einem Tier:

Und weil alle existierenden Dinge einen Ursprung haben, der später ist als der der Zeit, waren auch ihre Ursachen, in ihrer Reihenfolge, einmal nicht existent, geboren von Dingen, die einmal nicht waren. Selbst Adam, der erste Vater der menschlichen Rasse, wurde aus der Erde geformt, die aus nichts gemacht wurde, und nach der Zeit, das heißt, nach dem Himmel und der Erde, dem Tag und der Sonne, dem Mond und den Sternen, und er hatte keinen ersten Anfang im geboren werden, und begann zu sein als er einmal nicht gewesen war.” [1]

Ein weiteres Beispiel für die ununterbrochene katholische Lehre der direkten Erschaffung - ohne Geburt des ersten Menschen aus einem Tier - sind die Worte des heiligen Kirchenvaters und Kirchenlehrers Gregor von Nazianz (4. Jhdt.):

...Adam und Seth..., da der erstere nicht von Fleisch geboren wurde (denn er wurde erschaffen), aber der letztere von Adam und Eva geboren wurde. [2]
 
Dass Papst Pius XII in seiner Enzyklika Humani Generis bezüglich der Evolutionsfrage naturkundliche und theologische Untersuchungen über den menschlichen Körper gestattet hat, beinhaltet kein Einverständnis mit der weit verbreiteten Sichtweise, dass es mit dem Christentum vereinbar wäre, wenn der menschliche Leib Produkt von natürlichen Prozessen wäre. Ähnlich bedeutete auch die Erlaubnis von Paul VI, über die Verhütungsmittel fachlich zu diskutieren, kein Einverständnis mit denselben. Pius XII hatte zudem nur gestattet, zu untersuchen, ob der menschliche Leib von anderer belebter Materie kommen könnte. Er sagte nicht, "evolviert sein könnte". Er, der in diesem Abschnitt zu größter Vorsicht mahnt, scheint also die Diskussion darüber (nicht die Lehre an sich) zu erlauben, ob Gott statt aus Lehm den Menschen auch aus einer anderen Materie geformt haben könnte.

Papst Johannes Paul II hatte in einer Generalaudienz 1985 erklärt:

„All diesen Hinweisen auf die Existenz Gottes, des Schöpfers, setzen einige die Kraft des Zufalls oder die Mechanismen der Materie entgegen... In der Tat würde dies gleichbedeutend sein damit, Wirkungen ohne Ursache anzunehmen. Es würde die Abdankung des menschlichen Verstands bedeuten, der auf diese Weise sich dem Denken und der Suche nach einer Lösung für die Probleme verweigern würde“.

Bei der Evolutionstheorie geht es nun um sehr einfache Dinge. Die aufgeführten Argumente können auch ohne biologisches Fachwissen verstanden und widerlegt werden. Wenn jemand wirklich sagen könnte, dass er zu dieser Theorie als Nicht-Naturwissenschaftler schweigen müsste, dann müsste er auch zur Frage schweigen, ob sie mit dem Glauben vereinbar wäre. Denn damit behauptet er ja, dass er gar nicht erfassen könne, um was es hierbei eigentlich geht.

Die Unvereinbarkeit der Evolutionstheorie mit dem Christentum hat der Nicht-Naturwissenschaftler Johannes Paul II auch in einer Generalaudienz 1986 hervorgehoben:

„Es ist klar, dass die Glaubenswahrheit über die Schöpfung den Theorien der materialistischen Philosophie radikal entgegengesetzt ist. Diese Theorien sehen den Kosmos als das Ergebnis einer Evolution der Materie, die ausschließlich auf Zufall und Notwendigkeit zurückzuführen ist“

Andere Arten von Evolutionslehren als die von Zufall und Notwendigkeit sind weder Gegenstand der naturwissenschaftlichen Diskussion noch gibt es für etwas derartiges Belege in Schrift und Tradition.

In der nicht-evolutionistischen Interpretation der Genesis stimmen alle Kirchenväter-Äußerungen überein. Gemäß dem Konzil von Trient und dem ersten Vatikanum darf niemand die Heilige Schrift „im Gegensatz zur einmütigen Übereinstimmung der Väter“ [3] interpretieren.

Die Entstehung des menschlichen Leibes durch Evolution, also geschöpfliche Kräfte, aus einem affenähnlichen Vorfahren stünde z. B. auch dem Wort des heiligen Kirchenvaters Augustinus entgegen:

„Der Mensch ist so nach dem Bilde Gottes, dass er ohne Vermittlung eines Geschöpfes von Gott gebildet wurde; darum ist nichts Ihm [Gott] näher verbunden.“ [4]

Und der heilige Kirchenlehrer Thomas von Aquin schließt die Entstehung der Körper durch Zuhilfenahme materieller Prozesse ("Schöpfung durch Evolution") mit diesen Worten aus:

„So ist es deshalb unmöglich für irgendein Geschöpf, zu erschaffen, weder aus seiner Kraft noch als Hilfsmittel – das heißt, unterstützend.“ [5]

Und an anderer Stelle, wo er die Möglichkeit der Leiberschaffung durch Mithilfe der Engel diskutiert:

„...der Leib des ersten Menschen konnte nur unmittelbar von Gott selbst gebildet werden.“ [6]

Der heilige Thomas von Aquin bestätigt die katholische Schöpfungslehre, wonach die Erschaffung nicht durch Naturprozesse sondern durch göttliche, übernatürliche Kraft augenblicklich und direkt geschah:

"... wie die Auferweckung der Toten, die Wiederherstellung des Augenlichts im Blinden, denen die Bildung des Leibes aus der Erde ähnlich ist." [7]

Ebenfalls sei an das entschlossene Auftreten der nordwestdeutschen Bischöfe erinnert, die sofort nach Erscheinen von Darwins Werk (1859) erkannten, dass die Evolutionstheorie nicht mit dem Christentum vereinbar ist. In eindeutigen Worten schloss das Provinzial-Konzil zu Köln bereits 1860 die Evolution auch des menschlichen Leibes aus:

„Unsere ersten Eltern wurden unmittelbar von Gott erschaffen. Deshalb erklären wir, dass die Meinung derjenigen, die nicht davor zurückschrecken, zu erklären, dass dieser Mensch, was seinen Körper betrifft, letztendlich aus der spontanen kontinuierlichen Umwandlung unvollkommener Natur zur vollkommeneren hervorging, klar der Heiligen Schrift und dem Glauben entgegengesetzt ist.“

Diese wegweisenden Worte von vermutlich mehrheitlich Nicht-Naturwissenschaftlern sind ein großes Geschenk Gottes für die Welt, die durch die Evolutionstheorie Glaube und Wissenschaft verloren hat.


------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Beweis gegen die Evolutionstheorie

Ein Widerspruch zur Evolutionstheorie liegt in der Existenz von Bewusstsein. Dieses liefert keinen Überlebensvorteil. Da ein gefühlloser, programmierter Roboter genau dieselben Reaktionen und Handlungen ausführen könnte, wie ein bewusst fühlender Mensch, wäre eine Evolution nicht in der Lage, jenes - wenngleich immaterielle - "Organ" namens Seele oder Bewusstsein hervorzubringen. Auch ein programmierter Roboter kann zum Beispiel bei Kontakt mit einer heißen Oberfläche "Aua" ausrufen und die Hand zurückziehen. Es ist für diese überlebensfördernde Reaktion nicht notwendig, dass der Roboter auch bewusst Schmerz fühlt. Selbst wenn ein Bewusstsein durch schrittweise Mutation aus materiellen Strukturen aufbaubar wäre, so hätte dennoch die Selektion eine solche unnötige, komplexe Struktur im Keim zugrunde gehen lassen. Denn für das Überleben ist nur entscheidend, wie sich ein materieller Körper in der Umwelt verhält und nicht, ob er dies rein mechanisch oder mit fühlendem Bewusstsein tut. Allein das physikalische Ergebnis bestimmt den Selektionsvorteil im Darwinschen Kampf ums Dasein. Dass der Mensch dennoch als bewusstes Wesen existiert, beweist, dass seine Seele nicht durch Evolution entstanden sein kann.  

Daraus ergeben sich auch Folgerungen für den Körper. Denn unsere bewusst gesteuerten Organe wie Hände, Füße oder Augen würden ohne die bewusste Steuerung durch die Seele keine sinnvollen Bewegungen ausführen. Das heißt, ohne die Seele hätten diese Organe keinen Selektionsvorteil. Solche sinnlosen komplexen Strukturen könnten deshalb nie durch eine Evolution hervorgebracht werden. Da also die Seele nicht durch Evolution entstanden sein kann und die körperlichen Organe nicht ohne Seele sinnvoll sind, folgt, dass auch der Körper nicht durch Evolution entstanden sein kann.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------   

Vortrags-Video: "Der menschliche Leib - geschaffen oder evolviert?"

 

Tagungsbandbeitrag "Der menschliche Leib - geschaffen oder evolviert?"


------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------





[1] Heiliger Basilius der Große, Über die Dreieinigkeit, Par. 16, entnommen aus der Pro-Life Library, (Font Royal, VA: Human Life International, 2000). CD-ROM.

[2] Heiliger Gregor von Nazianz, Oration 39, #12, entnommen aus www.newadvent.org (03.09.3010).

[3] 1. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über den katholischen Glauben, Kapitel 2 (DS, 1788).

[4] Migne, Patrologiae cursus completus, series Latina, accurante F. P. Migne, Paris.

[5] Summa Theologica I, Q. 45, A. 5.

[6] Summa Theologica I Q. 91, A. 2.

[7] Summa Theologica, I Q. 91, A. 2